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Thomas Hampson // Bariton
(c)Simon Fowler

Thomas Hampson

Thomas Hampson ist Sänger, Darsteller, Forscher, Pädagoge, leidenschaftlicher Golfspieler und Büchersammler und überzeugter Fürsprecher aller technischen Möglichkeiten, die das Computerzeitalter und die Neuen Medien für die Vermittlung von Musik wie für die zwischenmenschliche Kommunikation bieten.

Geboren in Elkhart, Indiana, verbrachte er seine Kindheit und Jugend in Spokane im Bundesstaat Washington und studierte an der Eastern Washington University in Cheney und am Fort Wright College in Spokane. Hier legte er im Gesangsunterricht bei Sr. Marietta Coyle den Grundstein für seine berufliche Laufbahn und stand als 19-Jähriger in einer lokalen Opernproduktion erstmals auf der Bühne – als sehr jugendlicher Vater der beiden Titelhelden in Humperdincks „Hänsel und Gretel“. In den folgenden Jahren war Thomas Hampson Schüler von Martial Singher, Horst Günter und Elisabeth Schwarzkopf. 1980 kam er nach Europa und trat an der Deutschen Oper am Rhein sein erstes Festengagement an; vier Jahre später wurde er ins Ensemble des Züricher Opernhauses verpflichtet, wo ihn vor allem die Zusammenarbeit mit Jean-Pierre Ponnelle und Nikolaus Harnoncourt künstlerisch prägte und wo er seither jede Spielzeit aufgetreten ist.

Eine weitere wichtige Begegnung war diejenige mit Leonard Bernstein wenige Jahre vor dessen Tod: Sie bildete den Ausgangspunkt auf Thomas Hampsons Weg zu einem der heute führenden Interpreten der Musik Gustav Mahlers. Seine Leidenschaft für den Liedgesang beschränkt sich aber keineswegs auf das romantische deutsche Repertoire zwischen Schubert, Wolf und Strauss: Vor allem die weniger bekannten Komponisten seines Heimatlandes sind Thomas Hampson ein Anliegen. Seinem Engagement in diesem Bereich sind verschiedene Konzertreihen, Einspielungen, Fernseh- und Multimediaprojekte zu verdanken, die ihren vorläufigen Höhepunkt in den Jahren 2005/06 fanden: In Zusammenarbeit mit der Library of Congress unternahm er (gemeinsam mit den Pianisten Craig Rutenberg und Wolfram Rieger) eine Tournee durch zwölf amerikanische Städte und präsentierte unter dem Motto „Song of America“ ausschließlich amerikanisches Liedrepertoire. Das Projekt wird in den kommenden Jahren fortgesetzt.

Thomas Hampson versteht die Kunstform Lied und den Liedgesang als „Tagebuch unseres Daseins“, dem eine enorme Bedeutung für den Dialog und das gegenseitige Verständnis der Kulturen zukommt. Um diesem Dialog ein Forum zu bieten, rief er im Jahr 2003 die HAMPSONG Foundation ins Leben, deren Internetplattform  www.hampsong.org alle Aktivitäten dokumentiert, Text-, Bild- und Tonmaterial bereitstellt und der breiten Öffentlichkeit zugänglich macht.

Als Liedsänger hat Thomas Hampson neue Maßstäbe gesetzt, doch aufgrund seiner musikalischen Vielseitigkeit ist er in den Bereichen Oper, Operette, Oratorium und Musical gleichermaßen erfolgreich. Sein Repertoire umfasst die Titelpartien in „Don Giovanni“,„Il barbiere di Siviglia“, „Guillaume Tell“,„Macbeth“, „Simon Boccanegra“, „Eugen Onegin“, Ambroise Thomas’ „Hamlet“, Massenets „Werther“ (in der Baritonfassung), Busonis „Doktor Faust“, Szymanowskis „König Roger“, Brittens „Billy Budd“, Henzes „Der Prinz von Homburg“ und Friedrich Cerhas 2002 in Wien uraufgeführter Oper „Der Riese vom Steinfeld“. Außerdem stand Thomas Hampson als „Figaro“-Graf, Giorgio Germont, Renato, Marquis von Posa, Wolfram, Amfortas und Mandryka, als Oreste in Glucks „Iphigénie en Tauride“ und als Athanael in Massenets „Thais“ auf der Bühne. Gastspiele führten ihn in diesen und anderen Rollen an allen renommierten Theater der Welt. Dabei pflegt er neben dem Opernhaus Zürich eine besonders enge Verbindung zur Metropolitan Opera, zur San Francisco Opera, zur Opéra National de Paris, zum Royal Opera House Covent Garden und zur Wiener Staatsoper.

Die stilistische Spannweite von Thomas Hampsons zahlreichen Aufnahmen, die auch den Großteil seines Opernrepertoires enthalten, reicht von Monteverdis „Marienvesper“ und Kantaten Johann Sebastian Bachs, die er zu Beginn seiner Laufbahn mit Nikolaus Harnoncourt einspielte, über Felix Mendelssohns Oratorien „Paulus“ und „Elias“ und Werke von Walton, Vaughan Williams, Frederick Delius, Maurice Duruflé und der amerikanischen Komponistin Elinor Remick Warren bis hin zu Operetten von Franz Lehár und Johann Strauß sowie Musicals von Cole Porter, Irving Berlin und Leonard Bernstein. Die meisten dieser Aufnahmen erhielten Preise, darunter den Grammy, den Grand Prix du Disque, den Gramophone Award, den Edison Prize und den Echo Klassik.

Thomas Hampson ist Träger bedeutender Auszeichnungen; dazu zählen mehrere Ehrendoktorwürden, die Ehrenmitgliedschaft in der Royal Academy of Music, der Titel eines Chevalier de l’Order des Arts et des Lettres und das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.
 www.hampsong.org